Sommerprogramm mit Wildpark- und Bauerhofbesuch

Auch im Traumsommer 2018 gab es ein gemeinsames Sommerprogramm der Bewohner am Kranzer mit Mitgliedern des Helferkreises, u.a. einen Radlausflug mit den Kindern im Juni und im Hochsommer dann gleich zwei Veranstaltungen.

Mitte August ging es mit 34 BewohnerInnen, Kindern und 5 Helferkreismitgliedern in den Wildpark Poing. Für Groß und Klein war es ein wunderbarer Ausflug mit Picknick, guten, persönlichen Gesprächen und schönen gemeinsamen Erlebnissen in harmonischer Atmosphäre. Die Kinder hatten viel Spaß am Spielplatz und beim Rundgang mit den Tieren. Für alle Beteiligten war es wieder ein Erlebnis zum Wohlfühlen. Kein Wunder, dass die Frage auftauchte: Wann machen wir so etwas wieder?

Am Freitag, den 24. August stand dann der Bauernhofnachmittag auf dem Ferienprogramm. Um halb zwei war Abmarsch vom „Kranzer“ und es ging durch den Wald zum Bauernhof von Anton Margreiter in Greiling. Ortsbürgermeister und Landwirt Margreiter begrüßte die kleine Gruppe herzlich und zeigte und erklärte die Arbeit am Bauernhof. Als erstes waren die Kälbchen dran, die gestreichelt werden durften – was sehr viel Begeisterung bei den Kindern auslöste.

Weiter ging es zum Jungvieh und dann zu den Mutterkühen, die der Hausherr namentlich vorstellte. Die Kinder durften sie füttern. Weiter ging es zum Heuboden, wohin die Gruppe von Kater „Kurti“ begleitet wurde. Nach „getaner Arbeit“ gab es zur Stärkung Joghurt und Brezen. Heim zum „Kranzer“ ging es dann wieder zu Fuß, wo es zur Belohnung noch einen Müsli Riegel von Michi gab. Damit fand ein gelungener und lehrreicher Tag seinen Abschluss, der einen erlebnisreichen Einblick in die hiesige Kultur und landwirtschaftliche Arbeit bot.

Auch diese gemeinsamen Veranstaltungen sind gelebte Zeichen von Integration – und machen den Beteiligten große Freude.

Text und Fotos:

Christa Göggelmann und Monika Montag

Fest der Länder mit Freunden

Ab 16 Uhr kamen die ersten Gäste. Es gab schön dekorierte Tische mit vielerlei afghanischen und deutschen Speisen. Man sah die afghanische Flagge am Tisch und bei uns Weiß-Blau für Bayern.  Die Bewohner aus Afghanistan brachten warmes Essen: Reis mit Huhn oder Lamm, Gemüse, Linsengerichte, Salate, Kuchen.

Am deutschen Tisch gabs Salate, O´batz´n, Kartoffelsalat, Hackfleischbällchen, andere Salate, Radieschen, Käsespieße, Brezen, Vanillepudding mit Grütze, usw. Wir haben uns gegenseitig die Speisen vorgestellt, Namen und Zutaten gesagt und alles wertgeschätzt. Gleichzeitig haben wir typische Musik der Länder abgespielt. Dann wurde das Essen ausgeteilt und wir haben uns alles recht gut schmecken lassen. Zum Trinken gab es Säfte und afghanischen Tee.  Die Bürgermeister aus Sachsenkam und Greiling waren anwesend, sowie einige Bewohner aus Greiling.

Für die Kinder gabs Kinderschminken und Malen und gerne waren sie auch draußen auf dem Spielplatz.

Es war ein sehr harmonisches Fest, allen hat es gut gefallen. Diesmal war die Besonderheit, dass jeder zu Hause das Essen gekocht und Essen zubereitet hat und wir gemeinsam gegessen haben. Jeder hat von jedem probiert.

Text: Ulrike Schneil

Fotos: Ulrich Haushofer

Sommerprogramm startet mit Radl- und Wandertour

Am vergangenen Samstag startete das Sommerprogramm des Helferkreises gemeinsam mit den Bewohnern der Unterkunft am Kranzer mit einem gemeinsamen Radl- und Wanderausflug. Weiterlesen

Drittes „Begegnungscafé“ in Sachsenkam: Integration vernetzen

Zum dritten Male seit Oktober 2017 fand ein Begegnungscafé des Helferkreises „ReiSaGrei“ mit den Bewohnern der Unterkunft am Kranzer und Einheimischen statt. Die Idee der Projektgruppe um die Helferinnen Uli Schneil, Christa Göggelmann, Monika Montag und der Caritas Mitarbeiterin Laura Röthel ist es, Möglichkeiten für die An- und Einbindung der neuen Mitbürgerinnen anzubieten. Das ist angesichts der abgelegenen Lage der Unterkunft von besonderer Bedeutung. Deshalb sollen mit dem Konzept des Begegnungscafés Kontakt, Gespräche und Austausch ermöglicht werden. Und Abgrenzungen und Barrieren, die eher in den Köpfen vorhanden sind, reduziert und überschritten werden. Dass das gelingen kann, zeigen die bisherigen Begegnungen. Allerdings hätten sich die Initiatorinnen insgesamt mehr Resonanz der Dorfbevölkerungen gewünscht.

Beim dritten Male hatten sie am vergangenen Samstag in die Turnhalle in Sachsenkam eingeladen, wo circa 40 Erwachsene und etwa 20 Kinder nach dem Zusammenkommen bei Kaffee und Kuchen von Laura Röthel begrüßt und in einen Kreis eingeladen wurden. Dort gab es dann einen „Obstsalat“ mit viel Bewegung, gemeinsamen Lachen und schnellen Begegnungen. Anschließend vernetzten sich die Teilnehmenden und lernten sich namentlich und mit ihren persönlichen Vorlieben kennen. In einem „World Café“ tauschten sich die NeubürgerInnen und die Ortsansässigen dann an drei Thementischen aus: Deutschland, Brauchtum/Tradition und Beruf und Bildung waren die Gesprächsangebote, die für einen intensiven Austausch genutzt wurden.

Der Helferkreis möchte dem Motto „Unterschiede verbinden!“ folgend auch weiterhin diesbezügliche Angebote machen. Künftig ist daran gedacht, gemeinsam mit örtlichen Vereinen Aktivitäten zu planen und zu gestalten, um die begonnene Integration weiter gut zu vernetzen.

Text: Frank Michael Orthey

Fotos: Frank Orthey, Monika Montag

Fortbildung für HelferInnen und drittes Begegnungscafé

Fortbildung „Gewaltfreie Kommunikation“

Die Helferinnen und Helfer haben mittlerweile viele Angebote, um ihre Kompetenzen bezogen auf sich selbst, die eigene Rollengestaltung, die Kommunikation mit den Geflüchteten und auch die Kommunikation mit der heimischen Bevölkerung zu gestalten.

Kürzlich fand das KBW-Seminar „Gewaltfreie Kommunikation“ nach Marshall B. Rosenberg mit der Referentin Frau Ulrike Xylander M.A. im Pfarrheim Reichersbeuern statt. „Wie kann Kommunikation gelingen?“ Das war die übergeordnete Frage dieses Seminars. Die Antwort lautete: „Ich möchte verstanden werden und ich möchte den anderen verstehen!“

Wie kann bei diesen Bedürfnissen Kommunikation konstruktiv bzw. gewaltfrei gelingen?

Eine Teilnehmerin berichtet: „Wir lernten an verschiedenen Konfliktsituationen der Teilnehmer, dass dies durch genaues Beobachten und Wahrnehmen des Anderen als auch meiner Erwartung gegenüber dem Anderen geschieht. Das setzt meinerseits Empathie (Gefühl) voraus, und zwar für die Befindlichkeit des Anderen ebenso wie für meine. Jeder spricht in einer Ich-Botschaft wertfrei aus, was ihn in einer speziellen Situation stört.  Dabei hilft das gegenseitige Feedback: „Was hast Du verstanden – wie geht es Dir damit?“ Nur so kann das wahre Bedürfnis und auch der „Hintergrund“ des Konfliktes gefunden werden. Mit dieser Wertschätzung können beide ihre Gefühle und Bedürfnisse akzeptieren lernen. Es entsteht ein konstruktiver Dialog, so dass es schließlich zu einer Lösung des Konfliktes kommen kann, die letztlich eine Win-Win-Situation mit einer verbindlichen Vereinbarung bringen wird. Zum Schluss gab die Referentin uns ein Zitat von Gattus Hösl mit: „Sehen, was ist. Sagen, was in mir ist. Suchen, was möglich ist. Sichten, was trägt oder heilt.“

Ein Anhalt, um Kommunikation konstruktiv und gewaltfrei zu gestalten bietet die Struktur mit vier Bs:

Beobachtung: Was habe ich (ganz konkret) wahrgenommen (gehört, gesehen …)?

Befinden: Welches Gefühl hat das bei mir ausgelöst?

Bedürfnis: Welches Bedürfnis habe ich bezogen auf diese Situation?

Bitte: Um was möchte ich meinen Gegenüber bitten?

Literaturhinweis: Rosenberg, Marshall B.: Gewaltfreie Kommunikation – eine Sprache des Lebens. Jungfermann Verlag, Paderborn 2013

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Nächstes Begegnungscafé

Um Kommunikation geht es auch beim nächsten Begegnungscafé, das am kommenden Samstag, den 14.  April 2018 um 14.00 Uhr in Sachsenkam im Sportheim stattfindet.

Die Initiatorinnen möchten mit diesem Format Begegnungen zwischen neuen MitbürgerInnen, Helferkreismitgliedern und Einheimischen organisieren und ermöglichen, die Kontakt, Gespräche und Austausch eröffnen. Denn nur so wird das, was heute entweder vollmundig aber oft inhaltsleer herbeigerufen oder als schwierig bis unmöglich abgetan wird, zu einer erlebbaren Realität. Wenn es zu echten Begegnungen kommt, wird der Kontakt von den Beteiligten meist als interessant, anregend und für viele überraschend leicht erlebt. Die (vermeintlichen) Barrieren, die wohl vorzugsweise in den Köpfen vorkommen, weichen Brücken und Wegen, auf denen sich Menschen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen begegnen können.

Wir laden herzlich zum dritten Begegnungscafé am Samstag, den 14.  April 2018 um 14.00 Uhr in Sachsenkam im Sportheim ein – und freuen uns auf einen regen und anregenden Austausch und viel Freude an den Begegnungen.

Arbeit für neue Mitbürger: Das ReiSaGrei-Modell

Das ReiSaGrei-Modell „Arbeit für neue Mitbürger“

  • ist ein pragmatisches Konzept, das davon ausgeht, dass eine sinnstiftende Beschäftigung das zentrale Element gelingender Integration ist,

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Begegnungscafé „Tradition“ in Reichersbeuern

Nach der Premiere des neuen Begegnungscafés im Oktober 2017 in Greiling fand nun die zweite Veranstaltung mit dem Thema “ Tradition” in Reichersbeuern statt.

Die Kindertrachtengruppe Reichersbeuern führte unter den staunenden Augen ihrer neuen MitbewohnerInnen zwei bayerische Volkstänze (Schuhplattler) auf.  Im Gegenzug gab es von den anwesenden BewohnerInnen der Unterkunft „am Kranzer“ syrische Süßspeisen, die ebenfalls auf viel Gegenliebe stießen. So begegnen sich unterschiedliche Kulturen in all ihren Besonderheiten in ihrer (neuen) Heimat. Und es ist Freude und Bereicherung für alle, die daran teilhaben wollen.

Eine Projektgruppe des Helferkreises um Uli Schneil, Christa Göggelmann, Monika Montag und der Caritas-Mitarbeiterin Laura Röthel hat das Konzept des „Begegnungscafés“ entwickelt und setzt es nun nun in loser Folge in den Gemeinden um.

Die Beteiligung ist bislang noch entwicklungsfähig.

Am 14.  April 2018 um 14.00 findet das nächste Begegnungscafé in Sachsenkam im Sportheim statt.

Herzliche Einladung an alle Interessierten für interessante und anregende Begegnungen!

Neu: Begegnungscafé

Erstes „Begegnungscafé“ in Greiling: Unterschiede verbinden!

Die Lage der Unterkunft am Kranzer ist für die An- und Einbindung der neuen Bewohnerinnen und Bewohner anspruchsvoll. Umso wichtiger ist es den aktiven Mitgliedern des Helferkreises in den Gemeinden Reichersbeuern, Sachsenkam und Greiling Begegnungen zu organisieren, die Kontakt, Gespräche und Austausch ermöglichen. Denn nur so wird das, was heute entweder vollmundig aber oft inhaltsleer herbeigerufen oder als schwierig bis unmöglich abgetan wird möglich.  Wenn es denn zu echten Begegnungen kommt, ist der Kontakt interessant, anregend und für viele überraschend leicht. Die (vermeintlichen) Barrieren, die wohl vorzugsweise in den Köpfen vorkommen, weichen Brücken und Wegen, auf denen sich Menschen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen begegnen können. Das ist eine Erfahrung aus der bisherigen Helferkreisarbeit. Diese wird künftig an den Schwerpunkten Integration, Arbeit und Wohnen orientiert sein.

Eine Projektgruppe des Helferkreises um Uli Schneil, Christa Göggelmann, Monika Montag und der Caritas Mitarbeiterin Laura Röthel hat nun das Konzept eines „Begegnungscafés“ erstmalig umgesetzt. Am 14.10. war im alten Schulhaus in Greiling bei selbstgebackenem Kuchen und Kaffee viel Raum für anregende Gespräche zwischen Einheimischen und Geflüchteten. Die kleinen Gäste hatten viel Freude bei der bunten Kinderschminkaktion.

Vom Kranzer waren etwa vierzig Bewohner anwesend und aus Greiling waren rund zehn BürgerInnen zur Begegnungscafé-Premiere gekommen. Da das Konzept bereits beim ersten Male guten Anklang gefunden hat und sich eine gemütliche und einladende Atmosphäre entwickelte, wird es auch in den anderen Gemeinden seine Fortsetzung finden, um den Gedanken der Integration weiter mit Leben und konkreten Anlässen zu füllen. Die Bürgerinnen und Bürger sind dazu jeweils herzlich eingeladen.

Dem Motto „Unterschiede verbinden!“ folgen, bedeutet nicht nur, bestehende kulturelle, religiöse, sprachliche und andere Unterschiede mit solchen Angeboten wie dem Begegnungscafé zu verbinden – es also als Aufforderung zu verstehen, wie der Helferkreis dies tut. Das Motto kann auch so gelesen und verstanden werden, dass Unterschiede etwas Verbindendes werden, also Menschen verbinden können. Auch und manchmal gerade wenn sie zunächst zu groß, kaum überwindbar oder gar bedrohlich erschienen. Unterschiede können das (Gemeinde-) Leben interessant und bereichernd machen, wenn es gelingt sie zu verbinden statt sie zu überwinden. Und wenn sich das dann noch mit selbstgebackene Kuchen und gutem Kaffee verbinden lässt …

Das nächste Begegnungscafé findet am 27.01.2018 von 14.00 –16.00 Uhr im Pfarrheim in Reichersbeuern statt.

 

 

Text: Dr. Frank Michael Orthey

Fotos: Claudia Petzl

Herbstfest am Kranzer

Beim Herbstfest am Kranzer wurde Integration gelebt und aktive gestaltet. Die Bewohner der Unterkunft am Kranzer feierten gemeinsam mit Helferinnen und Helfern und Bürgerinnen und Bürgern aus den drei Ortschaften – und genossen es nicht nur musikalisch.

 

Diskussionsveranstaltung mit Politikern am Kranzer

Diskussionsveranstaltung mit Politikern am Kranzer

Der Helferkreis hatte die Initiative gesetzt. Und die Gemeinde hatte als Betreiber gemeinsam mit den Haupt- und Ehrenamtlichen eingeladen. Neben den Bürgermeistern Dieckmann, Schneil, Margreiter waren auch die Bundestagsabgeordneten Radwan und Kamm, Landrat Niedermaier, Vertreter des Landratsamtes und der Presse der Einladung in die Unterkunft „am Kranzer“ gefolgt.

Helferkreismitglied Matthias Thumfart, der die Veranstaltung moderierte, stellte zunächst die drei großen Themen vor:

  1. Wohnungen/Wohnsituation
  2. Arbeiten
  3. Wie geht’s am Kranzer weiter?

Ein Bericht der Süddeutschen Zeitung hier.

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Moderator Matthias Thumfart fasst wie folgt zusammen:

Politiker informieren sich über die Situation am Kranzer!

Der Helferkreis ReiSaGrei hat zusammen mit der Verwaltungsgemeinde Reicherbeuer am 17.07.2017 zu einer Diskussionsveranstaltung mit Politikern eingeladen.

Zu dieser Veranstaltung waren Vertreter von vier politischen Ebenen am Kranzer: Die Bürgermeister Ernst Dieckmann (Reichersbeuern), Hans Schneil (Sachsenkam) und Anton Margreiter (Greiling), Landrat Josef Niedermaier (FW), die Landtagsabgeordnete Christine Kamm (Grüne) sowie der Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan (CSU).

Nach einem Rundgang durch die Unterkunft am Kranzer wurden die 4 wichtigsten Themen diskutiert:

Wohnraum, Arbeitsgenehmigung, Kosten für die Unterkunft und „Wie geht es weiter am Kranzer?“

Wohnraum:

Derzeit leben 175 Geflüchtete am Kranzer, von den 59 aktuell ein Bleiberecht haben. Da sie durch ihren Status nun eine eigene Wohnung beziehen müssten, allerdings kein Wohnraum zu finden ist, stellt die Gemeinde ihnen weiterhin den Wohnraum am Kranzer zur Verfügung. Diese als Fehlbeleger bezeichneten Mitmenschen sind somit faktisch obdachlos und werden lediglich von der Verwaltungsgemeinde Reichersbeuern mit Wohnraum versorgt.

Herr Radwan verwies darauf, dass der Bund die Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau erheblich erhöht hat.

Allerdings hat nach Aussage von Frau Kamm die Landesregierung von Bayern ihre Mitte reduziert.

Auch wenn die Mittel vorhanden sind so fehlen in den Gemeinden und Städten im Landkreis die Flächen für entsprechende Baumaßnahmen nach Landrat Niedermaier.

Alle Politiker und auch der Helferkreis sind sich einig, dass neu zu schaffenden sozialer Wohnraum genauso der einheimischen Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden muss.

Arbeitsgenehmigung:

Seit dem Erlass der Landesregierung (Januar 2017) wird Asylbewerbern aus sicheren Herkunftsländern keine neue Arbeitserlaubnis erteilt!

Landrat Niedermaier erklärte, dass das Landratsamt durchaus auch an Asylbewerber aus sicheren Herkunftsländern Arbeitserlaubnisse erteile, solange sie keinen Ablehnungsbescheid haben und sie bei der Personenfestellung mitwirken.

Schwieriger sei es bei einer Ausbildung – da ein Azubi gemäß der „3+2“-Regelung ein Aufenthaltsrecht für die Zeit der Ausbildung und zwei weitere Jahre danach habe. „Wenn ich einem Pakistaner mit drei Prozent Bleibewahrscheinlichkeit eine Ausbildungserlaubnis gebe, ist das Rechtsbruch.“

Weiterhin besteht noch das Problem, dass der Weg zu einer Arbeitsstelle vom Kranzer sehr beschwerlich ist, da eine sehr schlechte Anbindung besteht.

Verlegungen in andere Unterkünfte werden abgelehnt, da die Begründung Arbeitsplatz als nicht relevant angesehen wird.

Kosten für die Unterkunft:

Ein Geflüchteter (mit Bleiberecht oder im Asylverfahren) der doch einen Arbeitsplatz gefunden hat muss für seine Unterbringung am Kranzer 311 Euro im Monat bezahlen.

Da eine Unterkunft, die 36 qm hat mit bis zu 6 Personen belegt ist, steht somit einem Geflüchteten rechnerisch 6 qm zur Verfügung. Dadurch beträgt die Miete etwa 51€ pro Monat und qm.

Dass eine Beteiligung an den Kosten durchaus auch im Sinne des Helferkreises ist steht außer Frage, allerdings sieht der Helferkeis diese qm Preise sehr kritisch.

Auch Frau Stamm bestätigt dieses und plädiert für eine Abstufung der wohnkosten je nach Unterkunft, wie es auch in anderen Bundesländern der Fall ist.

Niedermaier entgegnet, dass diese Kosten vorgegeben sind und für ganz Bayern gelten!

Wie geht es weiter:

Der Mietvertrag für das Grundstück am Kranzer läuft Mitte 2018 aus, die Unterkunft wird aufgelöst. Was dann mit den Bewohnern passiert, dazu machte Niedermaier keine Aussage. „Ich wüsste nicht, auf welcher Grundlage.“ Da nicht absehbar sei, wie sich die Flüchtlingszahlen weiterentwickeln, „müssen wir weiter situativ entscheiden, was wir dann brauchen“. Dieckmann betonte, dass die Gemeinden Reichersbeuern, Greiling und Sachsenkam die Unterkunft am Kranzer eingerichtet hätten, „um in einer Notsituation zu helfen. Aber danach werden wir nicht in der Lage sein, die Flüchtlinge, die jetzt hier leben, in unseren Dörfern unterzubringen.“

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